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Datum: 14.05.2024

Bundes-SPD verärgert Jägerschaft

Europawahl 2024 – Was ist nur mit der Berliner SPD los?

Kaum ist der Konflikt um das neue Landesjagdgesetz in Mecklenburg-Vorpommern beigelegt, da sorgen politische Bekenntnisse der SPD erneut für Ärger auf dem Lande. Der Deutsche Jagdverband hatte den Parteien Wahlprüfsteine zur Europawahl 2024 vorgelegt. Unter anderem fragt der Verband nach dem Weg zu einem effektiven Wolfsmanagement. Die Antwort der SPD lautet:

„Eine Lockerung des Schutzstatus zur Bejagung des Wolfes halten wir für nicht nötig. Wir halten die geltenden EU-rechtlichen Rahmenbedingungen für geeignet, um sicherzustellen, dass die Erhaltung geschützter Großraubtiere und die Fortsetzung nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken Hand in Hand gehen können. Dabei gilt: Herdenschutz vor Wolfsabschuss.“

LJV-Präsident Dr. Florian Asche meint dazu: „Anscheinend hat die Bundes-SPD den letzten Kontakt zu den Sorgen der ländlichen Bevölkerung vollends verloren. In Berlin weiß man offenbar nicht, dass prominente Landesminister wie Till Backhaus seit langem versuchen, zu einem vernünftigen Management der Wolfsbestände unter Einschluss der Bejagung zu kommen. Wer am Prenzlauer Berg Cafe Latte schlürft, dem ist der Weideviehhalter auf dem Land offensichtlich egal. Solche Leute brauchen wir aber nicht in Brüssel.“ Nun komplettiert sich auch ein Bild um das Ping-Pong Spiel der letzten Jahre. Berlin verwies stets auf Brüssel, hat jedoch selbst nie Zahlen des Wolfsbestandes in Deutschland geliefert.

„Auch das Jagdgebrauchshundewesen, vor allem deren tierschutzrelevante und traditionsreiche Rassezucht, erhält eine schallende Ohrfeige“, sagt Vizepräsident Martin Rosch. „So sollen aus Sicht der SPD nicht mehr nur die anerkannten Jagdgebrauchshunderassen »brauchbare Jagdhunde« sein – jeder Hund, sofern er alle geforderten Leistungen erbringt, soll nun jagdlich nutzbar werden. Auch die Ausführungen der SPD zum Kupieren von Jagdhunden und der »derzeitigen tierschutzgesetzlichen Einzelfallregelung« lassen tief blicken“, meint Rosch.

Wütend wird LJV Präsident Asche angesichts der SPD-Position zur Fallenjagd. Da heißt es: „Jagdliches Handeln muss sich immer auch am Tierschutz messen lassen. Daher ist die Bau- und Fallenjagd aus Tierschutzgründen grundsätzlich abzulehnen.“

„Anscheinend agiert die Bundes-SPD nach dem Motto von George Orwell »Unwissenheit ist Stärke«. Anders kann man solchen Unsinn nicht bewerten. Vor 20 Jahren hatten wir im Land eine Waschbärenstrecke von 400 Stück. Heute sind es über 20.000. Singvögel und Bodenbrüter zahlen die Zeche und dann muss man sich so einen wildbiologischen Quatsch anhören. Die Fallenjagd insgesamt abzulehnen, das ist ein Schlag in das Gesicht des praktischen Artenschutzes. Minister Dr. Backhaus hat gerade zu einer Falleninitiative aufgerufen und dann kommt so etwas aus Berlin. Ein Armutszeugnis einer abgehobenen Stadtparteiblase.“

Laut der neuesten infratest-dimap-Umfrage des NDR in M-V täte die SPD gut daran, sich nicht nur auf Wählerstimmen aus den urbanen Räumen zu stützen. Anscheinend unterschätzen die Bundes-SPD sowie deren Kandidaten zur Europawahl die Macht des ländlichen Raumes. Außerdem werden die Forderungen SPD-geführter Bundesländer und deren Minister in einer Art und Weise missachtet, die nun Fragen nach der inneren Geschlossenheit der SPD aufkommen lassen.

Sarkastisch wird Asche angesichts des SPD-Rufs nach einem Einfuhrverbot für Jagdtrophäen. „Der Präsident von Botswana hat bereits darauf hingewiesen, dass die Jagd in seinem Land ein wichtiges Mittel des Naturschutzes ist. Botswana braucht also keine neokolonialen Verbote aus der EU. Vielleicht kann der Präsident ja die 20.000 Elefanten, die er Ministerin Lemke angeboten hat, in das Willi-Brandt-Haus umleiten.“