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Datum: 15.01.2026

Zu unserer Pressemitteilung über Bewegungsjagden bei Schneelage und strengem Frost im Januar

Liebe Jägerinnen und Jäger,

unsere Pressemitteilung der vergangenen Woche hat zu sehr unterschiedlichen Reaktionen geführt. Aus dem Bereich der Wildbiologie und der Berufsjäger wurde uns entschieden zugestimmt. Mehrere Landesjagdverbände haben ähnliche Warnungen veröffentlicht. Unser Dachverband ist gleichfalls kritisch, wenn es um die Bewegungsjagd im Januar geht. Die Deutsche Wildtier Stiftung hat uns explizit gratuliert.

Von einigen Regionalverbänden und in einzelnen Zurufen aus der Jägerschaft wurde uns aber leidenschaftlich widersprochen. Anmaßung und Bevormundung wurden uns vorgehalten. Unsere Pressemitteilung würde den Jagdgegnern in die Hände spielen. Die Januarjagd sei wildbiologisch nicht zu beanstanden. Wir hätten keine Beziehung mehr zur bodenständigen Jagd, und so weiter.

Nun, als Jäger sind wir Handwerker und sollten deshalb auch offen damit umgehen, wenn Kritik geübt wird. Beginnen wir deshalb am berechtigten Teil der Schelte: Der Tonfall war zu scharf. Das ist richtig. Wir setzen auf Eigenverantwortung und geben als Verband Empfehlungen ab. Deren Inhalt hätte deshalb mehr auf Verständnis setzen müssen.

Wir hätten auch den Umfang der Warnung besser eingrenzen sollen. Selbstverständlich ist uns nicht daran gelegen, einer Handvoll Jägern einen „Sauenkescher“ im Schilf oder einer gekreisten Dickung zu vermiesen. Es ging uns um großräumige Bewegungsjagden, die teilweise bis zu 100 Schützen vorsahen. Das hätten wir besser darstellen müssen. Allerdings sind Pressemitteilungen regelmäßig kurz zu halten, damit sie gedruckt werden. In der Zukunft werden wir diese Kürze in einer Verbandsmitteilung erweitern und kommentieren.

In der Sache selbst – vor allem im Hinblick auf die Stoffwechselruhe des wiederkäuenden Schalenwildes – bleiben wir aber bei unserer Auffassung. Großräumige Bewegungsjagden sind Schadenstreiber. Sie sind bei früh geworfenen Frischlingen auch ein Tierschutzproblem. Wir möchten deshalb zurück zu der Kompromisslösung des Jahres 2009, wonach ab dem 10. Januar generell keine derartigen Bewegungsjagden stattfinden. Als anerkannter Naturschutzverband sind wir Anwalt der Wildtiere. Auf deren Seite sehen wir auch unseren Minister, der die Landesforstanstalt angewiesen hat, ethisch verantwortlich zu handeln. In der Folge wurden mehrere Jagden abgesagt.

Die Auffassung einzelner Regionalverbände, wir würden den Jagdgegnern in die Hände spielen, ist nicht haltbar. Die Januarjagd ist längst in der herrschenden Tierschutzliteratur kommentiert worden.  Das Thema ist bekannt. Auch unsere Warnung vor Strafanzeigen und Jagdscheinwiderrufen war nur zu berechtigt. Derartige Verfahren laufen. Insofern bitten wir,  diese Hinweise als Vorsicht im Interesse unserer Mitglieder zu verstehen und nicht als Bevormundung. Am Ende tragen Sie allein vor Ort die Verantwortung.

Inhalt und Form der Kritik an unserer Pressemitteilung werden wir zu einem Thema auf der nächsten erweiterten Präsidiumssitzung machen und uns dann hoffentlich auf eine einheitliche Bewertung der Bewegungsjagden verständigen.

Mit einem herzlichen Weidmannsheil,

Ihr Präsidium